„Das PAO Kollektiv, eine Gruppe von kunstschaffenden Individuen, die sich im musikalischen Schmelztiegel Köln gefunden haben und seit mehreren Jahren mit ihren eigens konzipierten Veranstaltungen, den Ehrenfelder Underground unsicher machen...“

 

Im Sommer 2016 durch die Band Yottagon und das Daniel Bucksteeg Trio ins Leben gerufen, besteht das PAO Kollektiv aktuell aus sieben Musikern, die in unterschiedlichen Genres, wie beispielsweise Jazz, Rock, Elektro, Hip Hop oder Klassik zu Hause sind und von denen jeder einzelne in mehreren Projekten aktiv ist. Sie scheuen jedoch nicht, ihre eigenen vier musikalischen Wände zu verlassen, um zu kollaborieren, zu experimentieren und neuen Ideen freien Lauf zu lassen, was die Grundidee des Kollektivs ist.

In regelmäßigen Abständen veranstalten die PAOkolyten, wie sie sich liebevoll nennen, Konzerte, für die jeweils einer aus ihrer Mitte hervortritt, um das Event zu kuratieren, Stücke eigens für diesen Moment zu komponieren und dabei Mitmusiker auch von außerhalb des Kollektivs am Geschehen zu beteiligen.

Daraus entsteht ein spannendes, abstraktes Kunstwerk, das trotz seiner experimentellen Gewalt ein breites Publikum anlockt, das sich jeden Abend auf's Neue auf eine musikalische Odyssee einzulassen bereit ist.



„Es ist für mich doch auch ungewohnt, hier immer 4 Klick Tracks zu verwalten! So'n *'!%&!"

 

Die Worte des Aufnahmeleiters sprechen Bände in dem Moment, als er dabei ist, die Bruchstücke seiner Weltordnung wieder aufzusammeln, nachdem Yottagon auf ihn eingewirkt hat. Eine Band, die klingt wie die perfekte Mischung aus Perpetuum Mobile und Rubik's Cube. Für kurze Zeit sicher, die Gestalt erkannt zu haben, verformt und erfindet sich ihre Musik für die Hörenden immer wieder neu und bricht mit je da gewesener Moral. So abstrakt, wie einem diese Zeilen vorkommen mögen, so passend werden sie einem erscheinen, wenn man sich an die Stücke der vier PAOkolyten aus Köln, Osnabrück und Solingen heranwagt.

 

 

2019 wird yottagoniert - just sain'.

 

 

 

 

 

 



„Ich bin aufgewachsen in einem kleinen Kuhdorf und das war nicht witzig!”

 

Und es scheint, als hätte er die meiste Zeit damit zugebracht, Akkorde zu erfinden und Skalen zu putzen. Was sich heute daraus entwickelt hat, kann sich hören und sehen lassen. Seine Musik lässt sich irgendwo zwischen Yogi-Jazz und Schwermetallgeräuschen einordnen. Man darf sich nicht wundern, wenn man sich während seiner Konzerte dabei erwischt, in einen ekstatischen Rausch abzudriften. Seine atmosphärische Gitarre kommt in so einigen Projekten zu tragen. Sei es sein hauseigenes DanielBucksteegTrio, die Thieves In Love, oder Les Blue Jay Sisters – um nur ein paar zu nennen. Darüberhinaus ist er fester Bestandteil der 1. Generation des PAO Kollektivs, für deren Konzertreihe er die Premiere übernehmen durfte.

Heute fühlt er sich auf zahlreichen Bühnen und Straßen Europas zu Hause.

 

                                                                                                                          Und das ist nicht nur witzig, sondern auch geil!

 



"Wenn es dir hier nicht gefällt, dann geh' doch woanders hin",

 

dachte sich Cid-Joey Meyer pragmatisch und traf die Entscheidung, woanders Musik zu hören. So packte er Hab und Gut in seiner Geburtsstadt Vechta ein und machte sich auf zu neuen Ufern. Präzise gesagt, die des Rheins in Köln. Fix war die Idee geboren, dass die Produktion von Musik seine Nische werden sollte. Obwohl gehemmt durch ein Hohes Maß an Dilettantismus und einer noch größeren Portion Nicht-Wissens sah er sich doch bald in den Untiefen des World Wide Webs wieder und sammelte eifrig ein, was Mutter Virtual ihm zur Verfügung stellte. Er kostete davon und ihm gefiel, was sein Ohrenauge sah. Sounds, Beats, Klänge und Geräusche. Sodann fing er an, mit diesen Kostbarkeiten Musik zu produzieren, zu samplen, zu jonglieren und auszurasten. Köln wurde ein weiteres Mal Zeuge der Geburt eines facettenreichen Poeten elektronischer Musik.

 

Und so treffen wir Cidukkha Ohn manchmal als Rapper auf der Bühnen wieder, manchmal hinter DAW und Drumcomputern versteckt oder eben als Teil des PAOKollektivs, in welchem er endlich nur ein Querkopf unter vielen ist.



„Rooz hat mich bei 'nem Event 'Verrückter Professor' genannt. Das werde ich nie vergessen.”

 

Herr Wolberts war nicht nur unser aller Physiklehrer, sondern auch der Frankenstein unter den PAOkolyten. Im Keller des Burgistan, einem Turm weit ab vom Schuss, in Bornheim, bastelte er Beatmonster zusammen, die Namen tragen wie Majika Yo oder so. Niemand weiß, was das heißen soll. Man munkelt, seine Monster erwachen zum Leben, wenn man es am wenigsten erwartet. Aber sie sind nichts ohne ihren Meister, dessen Finger sie zur Bewegung animieren. Jazz-Hop benennt er seinen Stil höchst selbst und wirkt dabei wie ein weiser Magier, der mehr als nur aneinandergereihte Samples und über den Tellerrand schwappende Beats aus seinem alles überschattenden Mantel hervorzaubert, um die Sinne jener zu betäuben, die Zeugen des Geschehens werden und sich nüchtern zu nennen, nie mehr zu trauen wagen.

 



 „Manchmal nenne ich es Rap mit Swing, weil ich immer ein wenig von dem Swing, den wir Kubaner haben, ein-bringen möchte.”

 

Er hat Swing, er ist einzigartig und einmalig auf Kuba. Er ist El Individuo.

Auf der Insel bekannt durch seine Reihe Rimas del Espacio (Reime des Raumes) wird er als einer der einflussreichsten Figuren der urbanen Musikszene La Habanas gehandelt. Er schreibt seine Tracks mit dem Bewusstsein, dass es keine allgemein gültige Wahrheit gibt und er nur seine eigene Perspektive vermitteln kann, basierend auf seinen Erfahrungen und seinem Wirken als Künstler und Habanero. Mit seinen Worten öffnet er die Türen eines neuen Raumes, beleuchtet diesen aus aquarellischen Perspektiven und insziniert den Diskurs über die afrokubanische Identität neu.

Musikalisch verbindet er die poetischen und perkussiven Elemente des Rap Cubano und kreiert so seinen ganz eigenen positiven Flow, der in einer karibischen Klanglandschaft aus Reggae, Dancehall und kubanischem Jazz mündet.

 

 



„Musikalisch versuche ich immer, Flow- und Reggae-Musik auf Rap-Basis mit einem personalisierten Bassstil zu kombinieren, lyrisch beschäftige ich mich mit sozialen Themen, mit einer Energie, die sich auf das Geben von Frieden und Liebe konzentriert.”

 

Wir sprechen hier von einem Löwen, nicht nur wegen seiner Mähne, sondern auch wegen seiner Attitüde. Der König des Dschungels brüllt und alle horchen auf. Cubas DJLápiz ist einer der Künstler, der in den letzten Jahren maßgeblich an der Entwicklung der Undergroundszene La Habanas beteiligt war. Er hat nicht nur Größen wie die kubanische Rapperin Danay Suarez und zahlreiche weitere Szenenmitglieder produziert, sondern ist auch selbst einer der renomiertesten Künstler der Insel. Im Reggae fühlt er sich zu Hause – einem Genre, für das es auf Kuba kaum Performer gibt. Resonanzraum gibt es dennoch, in dem Lapiz für jeden ein Begriff ist. Im Jahre 2016 produzierte er sein erstes Soloalbum mit dem Namen Puro en Babilonia – eine Innovation für die Insel, die die Szene vor Ort extatisch mit sich riss . Seit Anfang 2018 ist er der Frontman der Reggae Band Cuban Lions, in der er als Produzent, Songwriter und Arrangeur weiter boomt.

 



„Wir pflegen einen Reggae-Roots-Stil, mit Pinselstrichen aus Ragga und Dancehall, immer mit einer Basis aus afrokubanischer Perkussion, die unserem Werk einen besonderen Stil verleiht, mit Texten, die Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Liebe verteidigen.”

 

2016 in Santiago de Cuba gegründet, um den Durst der Insel nach dem Genuss des ursprünglich jamaikanischen Genres und nach dessen Lebensstil zu stillen, machte sich die Band Cuban Lions auf nach La Habana, um sich dort künstlerisch zu entfalten, die alternative Szene mitzugestalten und ein weiterer Baustein dessen zu werden. Die archetypische Genreform, deren Sound man nur aus alten, verstaubten und überstrapazierten LPs kennt, greifen die sechs Jungs wieder auf und beleben sie in einem Szenario, wo es niemand erwartet. Dennoch bleibt ihre Musik stets abwechslungsreich und bedient sich einer breiten Palette an Einflüssen weiterer Musikrichtungen wie Funk und Rap und behält den Geschmack und die Klangfarben ihrer eigenen Tierra.

In La Habana sind sie die einzigen ihrer Art. Ihre Mission und Rolle in der urbanen Szene La Habanas ist klar definiert. Das Genre bildet und verfestigt eine Gemeinschaft, die durch Zusammenarbeit und kollektives Wachstum zum kulturellen Leben beiträgt. Dabei strebt sie eine reflektierende und zum Nachdenken anregende Haltung an, die mit Hilfe der ästhetischen und kulturellen Praxis des Reggaes eine positive Wirkung auf ihr Publikum ausübt. Ihre Texte vermitteln eine friedliche Philosophie und Toleranz und entspringen einer ehrlichen Liebe zur Heimat und zur Freiheit.


Fotos:  © Annika Rabenschlag © Ani Petrossian © Alina Achscharumova